Nein, hier handelt es sich nicht um ein Übersetzungsprogramm! Wir meinen nicht das sprachliche, sondern das inhaltliche Verständnis. Die weite Verbreitung von Anglizismen in Stellenanzeigen ist hier noch nicht unser Thema.

Vielmehr möchten wir Ihnen an dieser Stelle den Aufbau, den Sinn und die Hintergedanken einer Stellenanzeige aus Unternehmenssicht erläutern, um Ihnen dadurch aufzuzeigen, worauf Sie als Bewerber/in achten sollten.

Randnotiz: Ähnlich wie bei der Zeugniserstellung, hat sich leider auch beim Aufbau und der Formulierung von Stellenanzeigen ein doch eher langweiliger Standard etabliert. Auch hier zum Teil durch rechtliche Fallstricke und Haftungsrisiken erzwungen.

Aufbau:

Vorstellung des Arbeitgebers

Ganz oben wird meist die Geschichte, die Branche, die Firmenstruktur und die Produkte des Unternehmens vorgestellt. Diese Informationen sollten Sie bei einem etwaigen Telefon- oder Bewerberinterview parat haben, ansonsten gelten Sie sehr schnell als schlecht vorbereitet und werden aussortiert. Auf der anderen Seite, können Sie vielleicht aus den Angaben gute Fragen für das Vorstellungsgespräch ableiten.

Aufgaben der Stelle

Die Aufgaben sind nach Priorität geordnet, dass bedeutet, dass die wichtigsten Aufgaben oben stehen und weniger zeitintensive und relevante unten.

Anforderungen an die Kandidaten

Wie schon bei den Aufgaben, stehen auch hier die Muss-Anforderungen oben. Diese Formulierungen beginnen häufig mit "Wir erwarten", "Wir setzen voraus" oder "zwingend erforderlich". Sollten Sie eine der 2-3 ersten Anforderungen nicht erfüllen, wird es bereits eng. Weiter unten stehen dann die Kann-Anforderungen, häufig z.B. mit dem Zusatz "wäre von Vorteil" oder "wünschenswert" betitelt. Die sozialen Kompetenzen wie z.B. die Teamfähigkeit gehören zu Beginn auch nicht zu den KO-Kriterien, da Sie anhand der schriftlichen Unterlagen kaum beurteilt werden können.

Angebot des Arbeitgebers

In diesem Bereich wird aufgeführt, was der Arbeitgeber zu bieten hat. Also z.B. Gehaltsbestandteile, Sozialleistungen, Urlaubstage, Firmenfahrzeug, Gleitzeitregelung, betriebliche Altersversorgung, Arbeitsklima uvm.

Aufforderung und Art der Kontaktaufnahme

Zum Schluss werden Sie vom Unternehmen noch gebeten, sich z.B. per Email zu bewerben und es werden meist der Ansprechpartner, die Emailadresse und die gewünschten Unterlagen bzw. Angaben genannt. Beispiel: "Bewerbungen bitte ausschließlich per E-Mail an unseren Personalleiter Herrn Mustermann. Bitte geben Sie Ihren Gehaltswunsch, Ihren frühestmöglichen Eintrittstermin und unsere Stellennummer an". Halten Sie sich unbedingt an die gewünschte Kontaktart.

Übrigens, lassen Sie sich nicht abschrecken, wenn in der Stellenanzeige ein Bewerber gesucht wird, der zwei Studienabschlüsse, langjährige Auslandserfahrung hat und 3 Sprachen fließend spricht. Das ist nur die Idealvorstellung des Unternehmens. Wenn Sie 70 - 80 % der Anforderungen erfüllen und einen nachvollziehbaren Lebenslauf besitzen, haben Sie auch sehr gute Chancen. Das bedeutet, wenn das Anforderungsprofil 5 Punkte enthält, müssen Sie möglichst die erstgenannten 3-4 erfüllen, dann macht eine Bewerbung auf jeden Fall Sinn.

Viel Erfolg! Weitere Tipps siehe Button unten.